Fertigung: Gerhard Glowania (links) montiert eine Schälmaschine, Volker Gerhard bestückt einen Schälkorb mit Klingen.

Rotenburg an der Fulda. „Vorsicht, fassen Sie da bloß nicht rein!“ Besucher hält Volker Gerhardt lieber auf Distanz. Sein Arbeitsplatz bei Flottwerk in Rotenburg an der Fulda hat es in sich. Gerade montiert er Dutzende von rasiermesserscharfen Klingen in einen großen Metallkorb. Solche Körbe sind das Herzstück der Wasch- und Schälmaschinen, die unter dem Namen Flott in Großküchen und der Lebensmittelindustrie weltweit geschätzt werden.

1892 gründete Johann-Heinrich Wassermann das Unternehmen, um Gitterroste herzustellen – und die ersten von Hand betriebenen Kartoffelschälmaschinen. Noch heute sind Gitterroste für Treppen, Brücken, Eisenbahnwaggons und andere Einsatzbereiche ein wichtiges Standbein für Flottwerk. Bei Wasch- und Schälmaschinen für festes Obst und Gemüse hat sich die Firma sogar zum Weltmarktführer entwickelt.

Auf allen Kontinenten setzen Großküchen zum Beispiel in Krankenhäusern, Schulen und Jugendherbergen aber auch Feldküchen die praktischen Helfer ein. Denn nicht nur zum Waschen und Schälen von Kartoff eln, Möhren, Knoblauch und Äpfeln gibt es die passenden Einsätze, sondern auch für Salat und Muscheln oder das Schuppen von Fischen. Die Exportquote liegt bei rund 80 Prozent. Aktuell beschäftigt Flottwerk knapp 30 Mitarbeiter.

Geschäftsführerin Meike Dames, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrer Tochter Jessica leitet, freut sich über den aktuellen Trend hin zur frischen Küche: „Genau dafür braucht man unsere Maschinen nicht nur in Restaurants oder auf Kreuzfahrtschiff en, denn ob die Kartoff el aus dem Glas kommt oder frisch geschält wurde, schmeckt man sofort.“

Ein weiterer Abnehmer ist die Lebensmittel-Industrie. So entwickelt Flottwerk unter anderem Anlagen für die Hersteller von Kartoffelchips, die eine Tonne Kartoff eln pro Stunde verarbeiten.

Sorgen bereiten den beiden Frauen jedoch die Wettbewerber aus Fernost, die verstärkt mit sehr preiswerten Modellen auf den Markt drängen. „Im Gegenzug wird es für uns immer schwieriger, trotz deutlich höherer Produktionskosten hier zu punkten, auch wenn wir eine ganz andere Qualität anbieten“, erläutert Jessica Dames.

Bei Flottwerk werden die Maschinen einzeln gefertigt, sind extrem robust und durch und durch Made in Germany. Doch es wird schwerer, ausschließlich auf deutsche Zulieferer zu setzen. „So mancher langjährige Gussteile- Zulieferer hat aufgegeben, wegen zu hoher Produktionskosten und extrem belastenden Aufl agen wie EEG und anderen“, stellt Maike Dames fest.

Gerade die hochwertigen Gussteile aus lebensmittelechtem Spezialguss sind kaum noch von hiesigen Produzenten zu bekommen. Die Unternehmerin: „Produzieren in Deutschland wird für uns immer mehr zu einer echten Herausforderung!“

Copyright © 2017 Flottwerk. Alle Rechte vorbehalten.
Presse | AVB | Kontakt | Impressum